Cronulla und James Cook

Das Wochenende ist ja nun schon wieder leider vorbei. Es gibt aber ein paar Dinge zu berichten. Zum einen mein persoenliches Happy End - nach gut 5 Monaten hab ich mich mit meinen neuen Laufschuhen das erste Mal wieder auf die Piste begeben. Nach ganzen 26:33 Minuten kam ich durchgeschwitzt und voellig ausser Puste wieder zu Hause an. Dabei bin ich wirklich nicht schnell gelaufen - ok, es waren noch ueber 30 Grad am Abend (das ist jetzt mal der Grund an dieser Stelle - es wird ja wohl keiner an meiner Fitness zweifeln, oder?). Aber das wohl wichtigste ist, dass mein Knie gehalten hat. Erst hat es zwar ueberall gezwickt und etwas unrund war mein Laufstil wahrscheinlich auch, aber alles in allem lief es sehr gut (fuer alle die es genau wissen wollen: ich bin immer 2:30 Minuten gelaufen und danach 30 Sekunden gegangen - also alles sehr zurueckhaltend denke ich).
Heute kam dann der Test, ob ich der Sache wirklich schon wieder halbwegs trauen kann. Radtour mit Steve und Friends! Geplant war eine Tour im Norden durch den Ku-ring-gai Chase National Park. Leider mussten wir am Treffpunkt Central Station feststellen, dass es Bauarbeiten an der Strecke gab und deshalb Schienenersatzverkehr eingesetzt wurde (Bild1).
Es wurde uns abgeraten, die Fahrraeder dorthin im Bus zu transportieren. Jaja, der Nahverkehr ist echt ein eigenes Thema hier - kommt spaeter noch ein Text dazu. Die Loesung war dann, dass wir statt Richtung Norden mit der Bahn einfach mit dem Rad Richtung Sueden gestartet sind. Erst durch die Suburbs (Stadtteile) Redfern, Waterloo und Mascot, danach vorbei am Flughafen und ab Wolli Creek ging es wunderbar lange auf einer Strandpromenade entlang (Bild3). Zum Glueck war es nach dem heissen Sommertag gestern nicht mehr so warm und noch dazu wolkenverhangen. Dadurch war das Vorwaertskommen nicht durch badebelatschte Strandschoenheiten (maennliche wie weibliche) oder kleine Kinder gestoert. Jedenfalls fuehrte die Route uns vier, neben meinem Mitbewohner Steve (Bild2; Mitte) waren noch dessen Freunde Mark (rechts) und Dave (links) dabei, einmal um Botany Bay herum, bis wir gegen Ende im Botany Bay National Park auch noch die historische Stelle erreichten, an der James Cook im Jahre 1776 zum ersten Mal seinen Fuss an Land setzte. Auf der Stele war auch ein kleiner Auszug aus einem Bericht von der damaligen Besatzung wiedergegeben. Der waere eigentlich schon wieder lustig, wenn es vom Grundsatz nicht doch eher traurig waere (ich geb das hier mal sinngemaess wieder):
Als die Endeavour in der Bucht Anker warf und die Besatzung an Land uebersetzen wollte, machten zwei Eingeborene am Ufer deutlich, dass sie nicht soviel davon halten wuerden neue Bekannte zu machen. Sie drohten mit Geschrei und Speeren, die sie nach den Ankoemmlingen warfen. Daraufhin beschloss die Mannschaft den beiden eine kleine Warnung zu geben: Sie feuerten mit einer Muskete ueber sie hinweg. Als keine Veraenderung in deren Verhalten zu erkennen war, schossen sie nun gezielter auf ein Bein von einem von Ihnen. So richtig liess er sich davon aber auch nicht stoeren, allerdings drehte er sich um, rannte die 100m zu seiner Behausung ... und kam ... Spannung .... mit seinem Schild zurueck. Das hat ihm selbstverstaendlich nicht viel geholfen, und als weitere Schuesse fielen machten sie sich auf um Verstaerkung zu holen. In der Zeit, bis diese dann eintraf, hatten Teile der Mannschaft aber schon das Ufer erreicht und die Eingeborenen wurden einfach nur noch verjagt.
So ging das damals also zu, als die Europaeer den fuenften Kontinent "neu" entdeckten und besiedelten. Da wurde nicht gross verhandelt, sondern einfach gehandelt. Wie auch immer, das war dann der kulturelle Teil fuer heute. Zurueck in Cronulla (welches ueber einen sehr schoenen Strand verfuegt) haben wir uns erstmal gestaerkt und die letzten Sonnenstrahlen genossen. Uebrigens ist Cronulla der Stadtteil, in dem im letzten (australischen) Sommer die Unruhen und heftigen Ausschreitungen zwischen arabisch-staemmigen und australischen Jugendlichen waren. Heute hat man davon natuerlich nicht viel bemerkt (das scheint sich alles wieder beruhigt zu haben, wie mir meine Begleiter versichert haben), ausser das dort verstaerkt Polizei unterwegs war. Aber das sieht man hier sowieso haeufiger: Polizei. Manchmal erkennt man schon, dass die Konservativen hier an der Macht sind ... aber ich will nichts falsches sagen :-) Es faellt nur besonders auf, wenn manche Probleme einfach mit unheimlich viel Polizeikraeften "geloest" werden, anstatt nach sinnvolleren Moeglichkeiten zu suchen. Ein anderes Mal vielleicht davon mehr ... Soviel fuer heute. Bis demnaechst ...



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